Dackelblick, mit ganz viel weiß im Auge…

Sie haben ihn drauf, den Dackelblick, die kleinen und oft auch die großen Hunde. Den Kopf leicht schief gelegt, ein Augenaufschlag ein bisschen von unten und der Mensch schmilzt dahin. Sind wir nicht alle schon auf die Idee gekommen, das dieser Mitleidsblick bewusst eingesetzt wird? Ich hatte sogar immer das unbestimmte Gefühl mein Hund übt ihn heimlich vor dem Spiegel!

Nun hat sich herausgestellt, dass die Mimik wohl tatsächlich bewusst eingesetzt wird, das haben zumindest Wissenschaftler der Universität Portsmouth erforscht. Die Biologin Juliane Kaminski und ihr Team hatten Experimente mit insgesamt 24 Familienhunden verschiedener Rassen gemacht. Dem Hunde zugewandt oder abgewandt, mit Leckerlis in der Hand und ohne, der Hund zeigte seinen Dackelblick vor allem wenn sich der Mensch im zuwendete. Interessant; die Leckerlis waren nicht so wichtig! Eine gezielte Kommunikation des Hundes mit dem Menschen? Scheint jedenfalls zu funktionieren, oder kennt Ihr jemanden, der bei einem solchen Blick nicht schmilzt wie Schokolade in der Sonne?

Bisher waren die Wissenschaftler davon ausgegangen, dass diese Mimik der Hunde ein unfreiwilliger Ausdruck von Emotionen war. Diese Wissenschaftler hatten nie Hunde, denn jeder Hundehalter weiß das besser……! Aber nun sind sie davon überzeugt, dass der Dackelblick ein evolutionäres Ergebnis des langen Zusammenlebens von Mensch und Hund sei.

Aber die Frage bleibt; lernen die Hunde diesen Blick oder ist er angeboren? Ich bin sicher sie kommen schon mit dieser „Waffe“ auf die Welt, denn schon die kleinen Racker können damit Eisberge zum schmelzen bringen. Ich finde es eine schöne Idee, dass die Hunde eine Mimik nur für den Menschen erfunden haben sollen, denn untereinander wenden sie dieses Verhalten nicht an.

Können Hunde auch in unseren Gesichtern lesen?

Sie können! Sie unterscheiden gekonnt in bis zu 70 % ein lächelndes Gesicht von einem wütenden und nicht nur das Gesicht ihres Herrchen oder Frauchen, sondern auch die Gesichter völlig fremder Personen, ja sogar Gesichter auf Fotografien. Hunde können also die Emotionen der Menschen an Hand von Mimik und Stimme deuten! Das erstaunt um so mehr, also Hunde eher Nasentiere sind und weniger Augentiere. Sie riechen und hören besser als das sie sehen!

Dieses Erkennen hat klare Vorteile für den Hund, denn so kann er die sozialen Absichten seines menschlichen Gegenübers ablesen und einschätzen. Die zwischenmenschlich-tierische Beziehung wird auf diese Art aufgebaut, erhalten und gefestigt.

Im Grunde hat jeder Hundebesitzer es schon immer gewusst, der Hund versteht den Menschen manchmal besser wie der Mensch den Menschen!